Die Geschichte der Familie Baxmann (Dichtung und Wahrheit) - Baxmann

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Die Geschichte der Familie Baxmann (Dichtung und Wahrheit)

Jede Sage hat einen wahren Kern und so ist auch der Baxmann eine historische Person.

Cord Baxmann erscheint im Jahre 1627 das erste Mal in einem Oldendorfer Dokument. Dort wird berichtet, dass er das Amt des Tornemanns übernimmt. Woher er kam, kann niemand sagen. In den Wirren des 30-jährigen Krieges ist er in Oldendorf aufgetaucht.

Der Tornemann (Turmwächter) hatte in früheren Zeiten über die Sicherheit der Stadt zu wachen. In der Stadt Oldendorf war zur Zeit Baxmanns der Tornemann gleichzeitig Stadtmusicus.

Aus dieser Zeit wird uns mehrfach berichtet, dass er den Offizieren zum "Baletten" aufspielte. Bereits 1638 hören wir, dass er neben seinem Amte ein Geschäft betrieb. In diesem Jahr wurde er mit einer erheblichen Buße belegt, weil er ohne Erlaubnis Korn außerhalb der schaumburgischen Grenze verkauft hatte. In den kommenden Jahren war er geschäftlich sehr rührig. 1641 pachtete er einen Stadtkrug auf fünf Jahre. Zwei Jahre nach Ablauf dieser Pachtzeit überbot er den Ratsherrn Heinrich Pingeling bei der Verpachtung des Ratskellers. Er wusste, dass die Ratskellerwirschaft ein einträgliches Geschäft war. Schon 1653 war Cord Baxmann in der Lage, eines der großen Bürgerhäuser in der Langen Straße zu erwerben. Wir hören weiter, dass er trotz seines hohen Alters 1668 noch einmal den Ratskeller für zwei Perioden pachtete. Für seine unverwüstliche Lebenskraft spricht, dass er das Amt des Tornemanns bis zu   seinem 91. Lebensjahr versah.

Als er 1690 starb, war er 63 Jahre Tornemann und Stadtmusicus gewesen. Schon lange mögen Anwärter auf diese, von der Stadt bezahlten Stelle gewartet haben.

Wohl schon zu Lebenszeit hatte er einen Teil seines Vermögens seinem einzigen Sohne Johann Conrad übergeben. Offensichtlich war auch er so geschäftstüchtig wie sein Vater, denn er stand mit seinem Vermögen nach dem Bürgermeister Heinrich Pingeling an zweiter Stelle. Johann Conrad war Ratsherr und somit in den Kreis der ratsfähigen Familien aufgenommen. Von 1673 bis zu seinem Tod 1716 versah er abwechselnd das Amt des ersten und zweiten Bürgermeisters.

Dessen ältester Sohn Johann Heinrich war ebenfalls Ratsherr und später Bürgermeister. Er heiratete die Witwe eines Staatssekretärs und kam so in den Besitz eines bedeutenden Vermögens. Auch die jüngeren Söhne heirateten wohlhabende Frauen und waren als Kaufleute erfolgreich.

So hatte die Familie Baxmann einen bisher in Oldendorf nicht gekannten Wohlstand erreicht. Sie besaß neben fünf Bürgerhäusern an der Langen Straße 17 von 146 Braugerechtigkeiten und bewirtschaftete 75 Morgen Ackerland. Der letzte männliche Vertreter der Familie Baxmann in Oldendorf, der Kaufmann Johann Christof, starb 1789 kinderlos. Damit erlisch der Name Baxmann in der Stadt. Wenn allein bis 1725 im ganzen 29 Knaben geboren wurden, müssen einige Söhne verzogen sein.

Die Töchter lebten durch Heirat in angesehenen Familien weiter.

Woher kam nun der Wohlstand der Familie Baxmann?
Cord Baxmann war ein cleverer Geschäftsmann, handelte mit Korn und machte gute Gewinne als Wirt. Bis ins hohe Alter von 91 Jahren war er unermütlich tätig und legte somit den Grundstein zum Wohlstand seiner Familie. Das wird sicher auch den Neid der Oldendorfer geweckt haben. Und so mancher Gegner wird sich der üblen Nachrede schuldig gemacht haben. Mit dem Gesetz kam er nur dadurch in Konflikt, weil er einmal ohne Erlaubnis Korn außerhalb der schaumburgischen Grenze verkauft hatte und weil er offensichtlich in seiner Schenke den Bierkrug nicht bis zum Eichstrich füllte. Dafür wurde er mit Bußgeld belegt. Weitere Verfehlungen sind nicht bekannt.

Auch seine Nachfahren waren geschäftstüchtig, unermütlich tätig, weitblickend und hatten eine unverwüstliche Lebenskraft. Sie waren umsichtig in der Wahl ihrer Ehefrauen und heirateten immer Frauen, die eine gute Mitgift bekamen oder sogar betagte Witwen. Sie betrieben zunächst das einträgliche Korngeschäft und waren später angesehene Kaufleute. Schwerwiegende Unredlichkeiten sind ihnen nicht nachzuweisen. Sie waren über Generationen Ratsherren und Bürgermeister in Oldendorf und ihrer Amtsführung konnte nichts Nachteiliges nachgesagt werden. Sie haben nicht versucht aus ihrem Amt Vorteil zu ziehen, denn sie erscheinen in Stadtrechnungen nicht als Lieferanten.

Welches sind nun die Ursachen der bösen Nachrede?
Cord Baxmann stammte nicht aus Oldendorf und gegenüber "Zugezogenen" waren die Menschen früher zurückhaltend. Aber durch Fleiß und geschäftstüchtiges Handeln erwarben er und seine Nachfahren Reichtum und Ansehen. Der beispiellose soziale Aufstieg der Familie hat sicher den Neid weiterer Kreise erweckt. Zu diesen Neidern gesellten sich persönliche und geschäftliche Gegner. Die unermüdliche Schaffenskraft bis ins hohe Alter führte offensichtlich dazu, den Baxmann in der Sage zu einem Untoten werden zu lassen.

Nach Friedrich Kölling
Zusammengestellt von Gaby Lingen

 
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